More Moore braucht die Welt!

Intakte Moore sind beeindruckende Landschaften. Sie sind ein wahrer Schatz, den es dringend zu erhalten gilt. Deswegen wird jährlich am 2. Februar der “World Wetlands Day” abgehalten, um die Wichtigkeit der Feuchtgebiete der Erde hervorzuheben, zu denen auch die Moore zählen. Sie sind einzigartige Lebensräume hochspezialisierter Tier- und Pflanzenarten und zugleich ein kulturgeschichtliches Archiv, an dem sich unsere eigene Entwicklung nachverfolgen lässt. Außerdem haben sie eine regulierende Wirkung im Wasser- und Nährstoffhaushalt und eine kühlende Verdunstungswirkung, die für das lokale und regionale Klima wichtig ist. Moore sind also wahre Klimaschutzwunder.

CO2-Speichermeister

Dem Lebensraum Moor werden viele Eigenschaften zugesprochen: aktiver Hochwasserschutz, Trinkwassererzeuger und Heimat für hoch spezialisierte Tiere und Pflanzen. Insbesondere speichern sie jedoch riesige Mengen an CO2 (Kohlendioxid), laut wissenschaftlichen Studien mehr als alle Wälder der Erde. Bei Trockenlegung von Mooren gelangt das gespeicherte CO2 jedoch wieder in die Atmosphäre. Werden Moorböden entwässert, kommt der Torf, aus dem sie bestehen, mit Luft in Berührung. Dann beginnt ein Zersetzungsprozess, bei dem große Mengen Kohlendioxid freigesetzt werden. Der Torf löst sich sozusagen auf. Die Menge der Treibhausgase, die dabei freigesetzt wird, entspricht bis zu einem Viertel der Emissionen, die im Verkehr freigesetzt werden. Das macht die Wichtigkeit des Erhalts der Moore für den Klimawandel deutlich.

Torf: 1.000 Jahre für einen Meter

In der sauerstoffarmen Umgebung der wassergesättigten Moorböden wird organisches Material nur unvollständig abgebaut, da die natürlichen Abbauprozesse nur sehr langsam voranschreiten. Die nur teilweise zersetzten Moorpflanzen sammeln sich an und bilden den sogenannten Torf. Lediglich einen Millimeter pro Jahr wächst die Schicht an. Bis sie einen Meter dick ist, dauert es also rund 1.000 Jahre.

Moorschutz

Lange Zeit wurden Moore als lebensfeindlicher Raum betrachtet und ihre Kultivierung als ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Lebensgrundlagen der örtlichen Bevölkerung angesehen. Dies hat dazu geführt, dass heute nur noch ein geringer Teil der Moorgebiete als naturnahe Moore bestehen. In Deutschland beispielsweise wurden mehr als 90 Prozent der Moorböden entwässert und werden heute für die Land- und Forstwirtschaft oder als Siedlungs- und Verkehrsflächen genutzt. Neben dem Schutz intakter Moore sind daher die Wiederherstellung und die nachhaltige Bewirtschaftung bisher entwässerter Moorböden ein wichtiges Mittel gegen den Klimawandel.

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