Meister Pinselohr hat es nicht leicht

Der Eurasische Luchs gehört neben Bär und Wolf zu den europäischen Großraubtieren. Früher war er weit verbreitet, dann wurde er erbarmungslos gejagt und Ende des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Wegen seiner lustigen Haarbüschel auf den Ohren, den Pinseln, wird er auch Meister Pinselohr genannt. Langsam kehrt der Luchs wieder in seine ursprüngliche Heimat zurück, auch nach Österreich. Luchse sind scheu, die Chance, einen Luchs zu Gesicht zu bekommen, ist also sehr gering. Sie stellen keine Gefahr für den Menschen dar. Luchse brauchen große, vernetzte Waldgebiete zum Überleben. Wald gibt es in Österreich genug, fast 50% der Fläche des Landes ist Wald. Er findet hier auch genug Beutetiere, z.B. Rehe. Weil Österreich so zentral in Europa liegt, spielt es eine sehr wichtige Rolle als Verbindungsland der europäischen Luchsvorkommen. 

Wiederansiedelung  

Luchse erobern nur sehr langsam ihre ursprünglichen Lebensräume zurück. Um dem Luchs dabei zu helfen, wird er wieder angesiedelt, das heißt dass Luchse aus anderen Ländern genommen werden, wo es noch viele Luchse gibt, und hier bei uns in einen passenden Lebensraum gebracht werden. Dann ist zu hoffen, dass die Luchse sich hier wohlfühlen, sich paaren, Luchsbabys bekommen und sie so immer mehr und mehr werden. 

Gefahren für den Luchs

Leider hat es der Luchs in Österreich bisher ziemlich schwer. Viele Tiere werden illegal abgeschossen und stehen dann als Trophäe irgendwo im Keller. Da es nur wenige Tiere gibt, ist der Verlust von nur einem Tier schon fatal für die Population. Die verschiedenen Luchslebensräume sind oft durch unüberwindbare Straßen, Siedlungen oder Landwirtschaftsflächen zerschnitten und machen es Männchen und Weibchen sehr schwer, sich gegenseitig zu finden und zu paaren. Daher paaren sich immer wieder dieselben Luchse, die miteinander verwandt sind, man nennt das Inzucht. Dadurch werden sie aber anfällig für Krankheiten und die Population bricht zusammen.

Wie viele Luchse gibt es in Österreich?

In Niederösterreich und Oberösterreich, in der Region des Böhmerwaldes gibt es momentan 23 erwachsene Luchse, die sich auch fortpflanzen. Ein sehr kleines Vorkommen mit 6 Luchsen gibt es im Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich. Einzelne Luchse leben in Vorarlberg, aus der Schweiz zugewandert. Manchmal schauen Luchse in der Steiermark und in Salzburg vorbei, sie bleiben aber nicht. Es gibt also immer noch nur sehr wenige Luchse in Österreich, sie können sich auch nicht gut miteinander vernetzen und so mehr werden. 

Was können wir tun?

Das wichtigste ist, dass wir akzeptieren, dass der Luchs wieder da ist, er keine Gefahr für uns ist und er nicht illegal abgeschossen wird. Außerdem müssen noch mehr Luchse aus anderen Ländern hier wieder angesiedelt werden, damit der Luchs auch in Zukunft eine Chance hat und nicht wieder verschwindet. Ganz wichtig sind auch Wanderkorridore, also z.B. Grünbrücken über Autobahnen, damit sich die Luchse gegenseitig finden können. 

Erzähle also allen die du kennst, von Meister Pinselohr, und dass es toll ist, so ein besonderes Tier wieder in Österreich zu haben!

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