Berufsorientierung

Naturentfremdung bei Schülern und Jugend

Das tägliche Leben vieler Schüler spielt sich immer mehr in virtuellen Welten von ab. Immer weniger erhalten die Kinder ihr Wissen über Wildnis und Natur aus den unmittelbaren Erfahrungen mit Landschaft und Wetter, Tieren und Pflanzen. Diese zunehmende Alltagsdistanz vieler Schüler zur Natur wird auch als „Natur-Entfremdung” klassifiziert. Vor allem bei Kindern, die ohne Naturerfahrung aufwachsen, äußert sich dies nicht nur mit fehlendem Umweltbewusstsein sondern auch im gesundheitlichen Bereich sowie mit Entwicklungsdefiziten auf koordinativer, geistiger und kognitiver Ebene sowie in reduzierter Selbsteinschätzung, sozialer Kompetenz.

Nature Defizit Syndrom

Seit kurzem ist „nature deficit disorder“ ein offiziell anerkanntes Krankheitsbild, welches vermehrtes Fehlverhalten und Krankheiten durch einen immer geringer werdenden Bezug zur Natur beschreibt. Wie auch Richard Louv in seinem Buch „Last Child in the Woods. Saving our Children from Nature-Deficit Disorder“ darstellt, wurde das Thema Jugend und Wildnis zu einem der Zentralthemen des im Oktober 2014 stattgefundenen World Park Congress in Sydney, Australien. Vor allem die Themen Jugendarbeit und der Gesundheitswert von Natur waren dort zwei der Schwerpunkte. Der Leitsatz „Healthy Parks, Healthy People“ unterstrich die Notwendigkeit, Kinder und Jugendliche mit mehr Natur zu verbinden, und sie auch vermehrt wieder an die Naturwissenschaften heranzubringen.

Folgen für Naturnahe Berufsgruppen wie Ranger der Nationalparks

Die zunehmende Verbreitung der Natur-Defizit-Störung beginnt bereits Auswirkungen auf die Auswahl von Berufen und Studiengängen zu haben. Bereits jetzt entscheiden sich weit weniger Schüler für eine Karriere in Berufen in den Bereichen  Land, Umwelt, Forst, Wasser, Klimaschutz und Wildnis. Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass 70% der Führungskräfte in Naturberufen in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen und nachrückende Fachkräfte rar sind.

Rechtzeitige Berufsorientierung

Bereits im Alter von 14 Jahren fangen die meisten an, sich über ihre Berufswahl Gedanken zu machen und finden leider an den Schulen oder bei den typischen Schülerberatern keine Ansprechpartner für Berufe, die mit Natur, Wildnis und Klimaschutz zu tun haben. Darüberhinaus ist ein gewisses Maß an Liebe und Enthusiasmus notwendig, um die nicht gerade großzügig dotierten Berufe dieser Branche zu wählen. Und auch dies entsteht nur, durch eine rechtzeitige positive Bindung zur Natur. Um die Ausbildung, Werbung und Bindung muss rechtzeitig erfolgen. Über die attraktiven Themen Wildnis und Natur in Österreichs Nationalparks sollen sich mehr junge Menschen für eine Ausbildung und Berufswahl in diese Richtung begeistern.

Grüne Berufe

Das Projekt stellt zahlreiche grüne Berufe wie Ranger, Biologen, Umweltschützer, Geographen, Forstwirte, Wildtier Ökologen, Schäfer und Jäger den Schüler vor und ermutigt sie sich über diese Berufe zu informieren.