Die Wildnis braucht die Wölfe – die Wölfe aber nicht die Wildnis!

Im Yellowstone-Nationalpark in den USA verschwanden allmählich die Weiden- und Pappelwälder und mit ihnen viele Tiere und Pflanzen. Dass das etwas mit der Ausrottung der Wölfe zu tun hatte, wurde erst klar, als sich 1995 die Wölfe dort wieder ansiedelten. Große Beutegreifer tragen aktiv zu einem natürlichen und ausgewogenen Ökosystem bei. Dies ist auch für Europa eine wichtige Erkenntnis.

Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Niemand braucht Angst vor den großen Beutegreifern zu haben. Selbst die Mythen, die sich um Bär, Wolf und Luchs ranken, sind nicht immer auf den ersten Blick schlüssig und haben sich im Laufe der Zeit immer wieder gewandelt.

Doch eines sind sie immer geblieben: Märchen! 

Es war einmal …

In zahlreichen Märchen, Sagen, Fabeln und Geschichten wird der Wolf vom Menschen mal verehrt und mal gefürchtet, mal geliebt und mal gehasst.

Naturvölker, die von der Jagd leben, sehen Wölfe als überlegene oder zumindest ebenbürtige Jäger an und verehren sie bis heute. In der Mythologie der Römer werden die späteren Gründer der Stadt Rom, die ausgesetzten Zwillinge Romulus und Remus von einer Wölfin gerettet.Im Mittelalter waren die Leute nicht gut auf den Wolf zu sprechen. Es war eine Katastrophe für die armen Bauern, die kaum etwas zum Leben hatten, wenn ein hungrigerWolf ein Huhn, Schaf oder eine Ziege riss und fraß. Legenden um den Werwolf entstanden.

Leider spielt der Wolf oft die böse Rolle. In den bekannten Kindermärchen der Gebrüder Grimm frisst er Rotkäppchen samt Großmutter oder will den sieben Geißlein an den Kragen. So lernen bereits kleine Kinder, dass der Wolf böse sei. In Wirklichkeit sind Wölfe aber ganz anders als im Märchen.

Wölfe wurden nicht nur gefürchtet. In der schönen Geschichte „Das Dschungelbuch“ wird das Findelkind Mowgli liebevoll von Wölfen aufgezogen. Wie sehr Wölfe geschätzt werden, sieht man auch daran, dass sie in Vornamen wie Wolfgang und Wolfram vorkommen.

Allerdings wird der Wolf in modernen Medien noch immer derart verteufelt, dass man einfach Angst bekommen So halten sich bis heute zwei Wolfsbilder: die zähnefletschende Bestie und die zu Unrecht verfolgte Kreatur als Symbol für Wildnis und Freiheit. Rotkäppchen lässt grüßen!